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| Crevetten in unseren Seen :: Darwin und sein "kurioses" Tier |
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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Ryk | Team

 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 867 Wohnort: Zürich 1856 Garnelen
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Verfasst am: Fr Jan 16, 2009 17:28 Titel: "Darwin-Code": Wasserfloh versus Triops |
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Hallo allerseits !
In der klassischen Taxonomie, also das Bestimmen einer Art, bildet die äussere Gestalt mit ihren Einzelheiten, also die morphologischen Kriterien eines Individuums, die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale. Aber bei sog. kryptischen Arten sind sich diese Merkmale oft so ähnlich, dass das Bestimmen selbst dem Experten oft schwer fällt ! Neuerdings werden daher immer mehr über die Ebene der Erbmoleküle der DNA mit den genetischen Anlagen eine eindeutigere Klassifizierung der Arten gesucht, beispielsweise bei der Untersuchung der Biodiversität in einem Lebensraum.
Diese Methode wird "Barcode" genannt, die dadurch ermittelten Facts sind die "Marker".
Das Fatale an der Gesichte ist nun, dass solche Marker oft im Widerspruch stehen zu den bisher angewandten morphologischen Kriterien. Als ein solch eindeutiges morphologisches Merkmal galt bisher die "Dornenkrone" am Kopf von manchen Wasserflöhen der Daphnia-Gruppe.
Nun wiesen Dr. Christian Laforsch (Uni München) und seine Mitarbeiter nach genetischen Untersuchungen an diesen allseits bekannten Kleinkrebsen gewissermassen einen "Irrtum"" inbezug auf diese scheinbar sichere Charakteristika zumindest bei zwei Daphinaarten nach.
So entpuppte sich diese "Dornenkrone" keineswegs als charakteristisches Artmerkmal für diese beiden Arten, sondern als eine nur temporär auftretende Eigentümlichkeit. Und zwar jeweils dann, wenn Daphnia atkonsoi und/oder D. bolovari im gleichen Lebensraum (Regenpfütze usw.) gleichzeitig mit dem europäischen Triops cancriformis auftritt, bilden diese Daphnienarten diese "Dornenkrone" aus, und zwar dann, wenn sie bestimmte chemische Stoffe (Pheromone) im Wasser erkennen, die vom Triops abgegeben werden. Und das ist dann das "Pech" für den Triops !!
Weil Triops in seiner Mundregion Borsten mit Sinneshaaren besitzt, verhaken sich diese beim Angriff auf eine Daphnie in dessen Krone, wodurch der Triops am Verzehr der Beute behindert wird und von ihr wieder ablässt !
Es darf vermutet werden, dass diese bisher unbekannte Art der Verteidigung bei Waserflöhen weit verbreitet sein dürfte, besonders natürlich in jenen Habitaten, in denen sie mit Triops koexistieren. Solche "bekrönte" Daphnien wurden bisher u.a. auch auf Grönland nachgewiesen.
Diese (temporäre) Anpassung eines Beutetieres an seinen Räuber liefert doch ein faszinierendes Beispiel für das Wirken der Evolution !
Schöne Grüsse
Ryk |
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