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| Gesucht werden Blaue und Rosa Apfelschnecken :: Unbekannte Schnecke im aquarium |
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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Ryk | Team

 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 836 Wohnort: Zürich 1782 Garnelen
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Verfasst am: Mo Jul 05, 2010 21:53 Titel: Coevolution bei Deckelschnecken |
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Hallo zusammen !
Zur Abwechslung mal ein sehr stark gekürzter Beitrag aus der Schneckenfakultät:
Am Beispiel der Neuseeländischen Deckelschnecke (Potamopyrgus antipodarium) wies Prof. Jukka Jokela (EAWAG/ETH) mit seinen Studien in Form eines Langzeitexperimentes nach, dass diese Schnecke zwei unterschiedliche Fortpflanzungsformen kennt.
Die Weibchen dieser Schnecke, deren Gehäuse vier bis sechs Millimeter hoch und max. drei Millimeter breit (= Durchmesser) ist, können sich sowohl via Paarung mit Männchen wie auch parthegonetisch durch "Klonen" vermehren. Interessanterweise leben beide Formen nebeneinander im gleichen Lebensraum.
Auslöser für die sexuelle und/oder asexuelle Vermehrung ist ein Fadenwurm (Microphallus sp.), der gewissermassen mit den Schnecken "in einem permanenten Wettrüsten von Abwehr und Anpassung" sich befindet. Die Angegriffenen wehren die Parasiten ab, sofern ihre genetische Veranlagung das zulässt. Und das sind in der Regel jene Weibchen, welche aus sexuell befruchteten Eier sich entwickelten und daher veränderte Gene erhielten, während die geklonten Tiere bekanntlich nur die Hälfte ihres Erbgutes bekommen und daher anfällig für den Fadenwurmbefall sind. Dabei stellte Jokela u.a. fest, dass diese Coevolution von Schnecke und Parasit sich innerhalb von fünf bis zehn Jahren abspielt, das heisst bis zum ""Auftauchen eines besonders wehrhaften Klons für die Anpassung an den Parasiten"", der dann seinerseits wieder bestrebt ist, den genetischen Code seiner Wirtin zu knacken.
Grüsse Ryk |
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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | felixS | Garnele

Anmeldungsdatum: 05.02.2009 Beiträge: 124 Wohnort: Ammerswil 214 Garnelen
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Verfasst am: Di Jul 06, 2010 7:55 Titel: |
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Hallo Ryk
Interessant, unter gewissen Umständen kann Evolution sogar ziemlich schnell sein.
felix |
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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Tobi | Moderator
 Anmeldungsdatum: 08.05.2009 Beiträge: 372 Wohnort: 8055 Zürich 834 Garnelen
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Verfasst am: Di Jul 06, 2010 10:28 Titel: |
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Hallo!
Ja das ist sehr interessant! mich erstaunt es, dass noch keine von den beiden Feinden ausgestorben ist sondern immer rechtzeitig in der Lage war sich anzupassen...
Verstehe ich dass richtig, dass die parthegonetische Fortpflanzung wichtig ist, da bei dieser eher eine Resistenz entwickelt wird (durch vermehrte genetische Fehler bei Klonen?) und nachher die sexualle Fortpflanzung notwendig ist um diese Resistenz in einem gesunden Individuum zu verankern?
Gruss
Tobi |
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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Ryk | Team

 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 836 Wohnort: Zürich 1782 Garnelen
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Verfasst am: Di Jul 06, 2010 18:49 Titel: |
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Grüezi Tobi !
Die Sache verhält sich etwas anders: Weibchen die Sex hatten, bringen widerstandfähige Jungschnecken zur Welt, während die "Nonnen aus dem Kloster" ihre geklonte Jungenschaft nur mit der halben (= weiblichen) Chromosomenzahl ins Leben hinaus schicken, um es etwas blumiger zu formulieren
Die Folge davon ist, dass in einem Bestand in der Regel sehr viel mehr weibliche Tiere von dieser Zwergdeckelschnecke anzutreffen sind, während die Männchen stets eher selten anzutreffen sind. Dabei ist die Reproduktionsfähigkeit der Weibchen fast rekordvertächtig !
Aber die geklonten ""Jung-Nonnen" erwerben sich über Jahre nach und nach die genetischen Eigenschaften zurück, die sich dann gegen den Fadenwurm zu verteidigen vermögen ! Das ist nur eine der erstaunlichen Erkenntnisse von Prof. Jokela aus seiner nunmehr rund 30 Jahren dauernden Forschungsarbeit mit dieser Schnecke.
Übrigens: P. antipodarum kommt auch in Europa vor, seit sie 1887 in Norddeutschland erstmals entdeckt worden war. Die ersten Verschleppungen scheinen durch Bilgenwasser der Schiffe stattgefunden zu haben. Nach Turner et al. (1998) ist sie jetzt auch in der Schweiz zu finden, wobei ausgerechnet im Zürichsee eines ihrer grössten ausserneuseeländischen Vorkommen festgestellt wurde. Weil in Europa aber der Fadenwurm fehlt, bleiben die Invasoren bei uns unbehelligt.
Und noch eins: Die Weibchen brüten in einer speziellen Brutkammer die Eier aus und entlassen dann die Jungtiere als fertigentwickelte Minischnecken von etwa 0,3 x 0,6 mm "Grösse" ins Leben !
Du siehst, es gibt noch viel Unbekanntes in unseren Gewässern !
Gruss Ryk |
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