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 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 836 Wohnort: Zürich 1782 Garnelen
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Verfasst am: Sa Aug 30, 2008 6:46 Titel: Crevetten in unseren Seen |
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Hallo allerseits !
Wie mittlerweilen bekannt geworden ist, werden in unseren Seen und Flüssen immer mehr Tierarten entdeckt, die man eigentlich gar nicht als "einheimisch" bezeichnen kann, und damit mehr und mehr zu einer starken Konkurrenz der heimischen Arten werden.
Als ein Beispiel sind wohl die "Crevetten" zu nennen, welche in der sog. Bregenzer Bucht im Bodensee erstmals 2006 entdeckt wurden. Diese knapp 15 mm grossen Donau-Schwebegarnelen bevölkern jetzt aber das ganze Bodenseegebiet in riesigen Schwärmen.
Im Genfersee hat sich erstaunlicxherweise die Garnele Hemimysis anomala eingenistet. Diese Art stammt ursprünglich aus der Region zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer.
Und natürlich fehlen auch im Zürichsee solche "Neozoen" (= "Neusiedler") nicht: Bereits vor zwei Jahren wurde hier der sog. Höckerflohkrebs aus dem Kaukasus geortet. Dieser Migrant vertilgt die einheimsichen Flohkrebse, Wasserasseln und viele andere Wasserinsektenarten, also das Aufzuchtfutter für viele unserer Fischarten ! Die Einwanderung dieser ca. 20 mm grössen Art wurde erstmals vor etwa sechs Jahren im Bodensee beobachtet.
Aus dem Sihlsee wurde der 70 bis 8o mm grosse Kamberkrebs bekannt, der jetzt auch im Zürichsee aufgetaucht ist. Diese "amerikanische" Spezies überträgt die sattsam bekannte Krebspest, ist jedoch selber immun gegen sie.
Ursachen für die Wanderungen ?
Diese aquatischen Tierarten wandern allerdings nicht zufällig bei uns ein, sondern werden durch den Menschen "verbreitet" ! Neozonforscher Steinmann macht dafür verschiedene Faktoren verantwortlich: so etwa die Mobilität im Wassersport, die Öffnung der Wasserwege und nicht zuletzt auch die Handelsschifffahrt.
Besonders aber die Kleinboote, insbesondere die Wanderboote, spielen nach seiner Meinung eine nicht unwesentliche Rolle bei der Vebreitung solcher Migranten. Aber auch Tauchausrüstungen sowie Surfbretter und andere Wassersportgeräte sind mitverantwortlich. Nach bisherigen Erkenntnissen können diese Neozoen beispielsweise oft über einige Wochen an Booten "überleben".
Seit knapp drei Jahren hat sich der neue Forschungsbereich "Aquatische Neozoen" etabliert und versucht nun, die Auswirkungen der "Fremdlinge" auf unsere heimische Aquafauna zu erforschen, denn diese sind bis dato tatsächlich noch nicht absehbar, wie es im ersten Zwischenbericht heisst. Leider ist anzunehmen, dass "sich das Problem in den nächsten Jahren vergrössern und vervielfältigen dürfte."
Schöne Grüsse
Ryk |
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