|
|
|
|
| Algen im Tank ? :: Moos |
| Autor |
Nachricht |
![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Ryk | Team

 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 867 Wohnort: Zürich 1856 Garnelen
|
Verfasst am: Mi Jan 04, 2012 12:11 Titel: Die Alge des Jahres 2012 |
|
|
Hallo zusammen !
Zugegeben, Algen sind nicht gerade das Lieblingsthema in Aquaristikkreisen, dennoch möchte ich hier kurz auf dieses Thema eingehen:
Die Algenforscher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählten die Armleuchteralgen Chara sp. zur "Alge des Jahres 2012" Ihren Vulgärnamen erhielten diese Vertreter der Grünalgen dank ihrem "kandelaberartigen" Aussehen. Sie bilden die 11. und damit die letzte Klasse der Chlorophyta; von den einheimischen 20 Arten mit zahlreichen Varietäten besiedeln die meisten Süsswasserseen und -teiche, nur einige wenige Species sind auch in brackischen Wasserregionen, z.B in Flussmündungen an Nord- und Ostsee zu finden.
Manche Armleuchteralgen, wie etwa Ch. tomentosa (die Hornblättrige Armleuchteralge), können in Seen und Teichen das ganze Ökosystem dominieren, indem sie den ganzen Gewässerboden mit ihren 40 bis 50 cm hohen Gebilden überwuchern, dafür bilden sie besonders den Jungfischen gute Versteckmöglichkeiten gegen Lauerjäger, wie etwa Hechte. Durch ihre Grösse dürfte es jedoch klar sein, dass die Chara-Vertreter wohl kaum in unseren "normalen" Aquarien heimisch werden dürften.
Die Chara-Arten bevorzugen zudem hartes Wasser und einen pH um 7, daher sind ihre Sporen mit einer Kalkhülle versehen, wodurch sie von Wasservögeln im Gefieder "hängenbleibend" zu neuen Gewässern transportiert werden können. Ein weiterer Aspekt zeichnet diese Sporen aus: im Gegensatz zu den weichen Algenkörpern überdauern die kalkigen Sporen sehr gut, wodurch sie seit längerem als Objekte zur Erforschung der Evolution geeignet sind, so dass die Vorfahren unserer heutigen Armleuchteralgen sich bis ins Devon, d.h. vor rund 400 Mio. Jahren sich zurückverfolgen lassen.
Ein Dilemma
Die Empfindlichkeit der Chara-Species gegenüber Nährstoffen hat sie zu Zeigerarten für die Wassergüte eines Gewässers prädestiniert, und sie gelten als Repräsentanten der reinsten Wasserqualität. Das bedeutet, dass Chara sp. mit dem Einsatz von Kläranlagen wieder Gewässer besiedeln kann, aus denen sie zuvor mit Verschlechterung deren Wasserqualität durch Abwässer verschwanden. Daher wurden sie in die Roten Listen gefährdeter Organismen aufgenommen.
Aus Algensicht haben die Kläranlagen also sicher Vorteile. Aber es zeigen sich - leider (?) - auch einige Negatuvpunkte: So hatte das Schweizer Fernsehen dieser Tage in einem Nano-Bericht aufgezeigt, dass der Felchenertrag der Berufsfischer im Brienzersee zusammengebrochen ist, weil die in den Netzen gefangenen Felchen nur noch klein sind.
Nun, TV-Teporten mögen ja schnell sein, müssen es aber nicht . . . denn der "Schlussbericht Teilprojekt E über die Veränderungen im Ökosystem Brienzersee" wurde nämlich schon am 15. April 2006 veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass bereits 1999 im Brienzersee der kleinwüchsige Brienzling und die grosswüchsige Felche "nur noch mager und schlecht gewachsen" waren.
Als Hauptursache zeitigten die mehrjährigen Untersuchungen eine "erhebliche Reduktion des Nahrungsangebotes für die Fische", indem der Bestand der von den beiden Felchenarten bevorzugten Beutetiere, die Wasserflöhe (Dapnia sp.) völlig zusammengebrochen war. In dem durch die Klräralagen rund um das Seegebiet wurde das Wasser so sauber und rein, dass die Wasserflöhe ihrerseits kaum noch Nahrung (Algen und Detritus) fanden und sich kaum mehr vermehren konnten . . . Die Felchen blieben somit unterernährt und konnten nun ihrerseits zur Laichzeit in den Sommermonaten ebenfalls nur noch wenig Laich produzieren . . . der Rückgang der Fangerträge war damit vorprogrammiert.
Schöne Grüsse
Ryk
PS.: Dieses Beispiel zeigt, wie man selbst in "Teufels Küche" kommen kann, wenn man in den 1960er Jahren unter Prof. Otto Jaag (EAWAG/EZHZ) sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für die Schweiz. Gewässerschutzstiftung für die Notwendigkeit von Gewässerschutz und Kläranlagen im Land unterwegs gewesen war  |
|
| Nach oben |
|
 |
![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | felixS | Garnele

Anmeldungsdatum: 05.02.2009 Beiträge: 127 Wohnort: Ammerswil 220 Garnelen
|
Verfasst am: Fr Jan 13, 2012 16:41 Titel: |
|
|
Hi
Ich bin Algen auch aufgeschlossen, solange sie nicht zusehr wuchern. Vor allem die Blaualgen versuche ich loszuwerden.
Aber ich find es schön, dass sich in meinen Becken eine Rotalge sich dekorativ auf Steinen und Holz angesiedelt hat.
Zu den Seen, ja das ist ein Problem in gewissen Seen, aber könnte man da nicht mit einer anderen Fahrweise der Kläranlagen für ein etwas "fetteres" Seewasser sorgen?
Felix |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|