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![Skype Status [www.SkypeRunners.com]](http://www.skyperunners.com/status/?skype_user=) | Ryk | Team

 Anmeldungsdatum: 01.01.2005 Beiträge: 841 Wohnort: Zürich 1792 Garnelen
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Verfasst am: Fr Sep 09, 2011 17:09 Titel: Die ungleichen "Geschwister" |
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Hallo allerseits!
Während die Schnecken in unseren Aquarien - meist ungewollt, seltener gewollt - auftreten, dürften die Muscheln höchstens mal in Form einer halben Schale dekorativ auf dem Bodengrund liegen. In einem Seewasser-Becken dagegen kann vereinzelt die eine oder andere Muschelart zu entdecken sein, während die Süsswasserformen in einem Süsswasseraquarium ohnehin kaum eine Überlebenschance hätten, abgesehen dass sie bis heute als Aquarienbewohner doch eher als unbekannt bezeichnet werden dürfen . . . und ohnehin nicht in die Hände von Unerfahrenen gehörten.
Zwar stehen die Mollusken, eben die Schnecken und Muscheln, hinter den Arthropoden (Insekten, Krebse und Garnelen usw.) an zweiter Stelle in Bezug ihrer Artenzahlen und Formen. Daneben stehen einige Arten für die Neurowissenschaft quasi als Modell, um Funktionen von Nervenzellen und Gehirn zu untersuchen. Aber hinsichtlich ihrer Gesamtartenzahlen bestehen heute insbesondere für die Muscheln nach wie vor höchst unsichere Angaben. Sind es nun 7'500 oder gar bis 10'000 Arten, wie die einschlägigen Angaben schwanken ? Nach Huber (2010) sollen es 8'000 marine und 1'200 süsswasser-Arten sein. Denen stehen rund 20'000 fossile Arten gegenüber.
Aber für die Paläozoologie haben die beiden Tierklassen einen ganz anderen Stellenwert, denn beide, Schnecken wie Muscheln, treten bereits im Kambrium, also vor rund 570 Mio. Jahren auf und gehören hier zu den wichtigsten und die am besten untersuchten Tiergruppen.
Spätestens seit 2009 ist vielen der Name Charles Darwin bekannt. Und seit der Veröffentlichung seines Buches "The Origin of Species" anno 1859 hat der Sturm um den Ursprung der Arten bis heute kaum abgenommen, wobei es den Gegnern - verutlich infolge falscher Interpretationen - eigentlicn nur um die Nähe zu den Affen gehen düfte. Aber die moderne Entwicklungstheorie brachte in den vergangenen 60, 70 Jahren für die Evolution durch die Kombination von Darwins Mechanismen der natürlichen Auslese und den Erkenntnissen aus der Genetik über die Vererbung (--> Gregor Mendel!) der individuellen Variationen grosse Fortschritte.
Unter diesem Aspekt, nachdem bislang die Evolution nur an analogen rezenten Organismen studiert werden konnte, brachte nun ein neues Forschungsergebnis einige neue Entwicklungsmuster in die Betrachtung fossiler Tiere (und Pflanzen), indem eine
alte Hypothese bestätigt
wurde: In ihrer Publikation "Phylogenomics reveals deep molluscan relationship" ("natur", Sept. 2011) konnte ein Forscherteam aus den USA, aus Deutschland und Norwegen einen einmaligen Datensatz zur Rekonstruktion der Stammesgeschichte der Mollusken erzeugen, der ein Resultat hervor brachte, das selbst für diese Wissenschafter "überraschend" war.
Denn die wichtigste Erkenntnis aus dieser umfassenden molekularphylogenetischen Studie besteht darin, dass zwischen Muscheln und Schnecken eine derart enge verwandtschaftliche Beziehung besteht, dass beide Klassen mit Fug und Recht als "Geschwister" bezeichnet werden können.
Dessen ungeachtet bleibt die Stammesgeschichte der Mollusken, zu denen ja noch die Tintenfische sowie einige weniger bekannte, sehr artenarme marine Unterklassen zählen, auch weiterhin noch immer rätselhaft, wobei dieses Thema - auch nach Darwin - weiterhin kontrovers diskutiert werden dürfte.
Aber immerhin dürften jetzt diese neuen Erkenntnisse die fossilen Schnecken und Muscheln neu einordnen lassen und damit auch etwas mehr Licht in ihre Entwicklungsgeschichte bringen.
Also begegnet den Schnecken und Muscheln bitte mit etwas mehr Respekt, meint
Ryk |
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