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Eigener Wasserfloh-Zirkus !

 
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Ich züchte Kardinäle :: Wildfänge  
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Ryk
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Anmeldungsdatum: 01.01.2005
Beiträge: 836
Wohnort: Zürich
1782 Garnelen

BeitragVerfasst am: Mi Jun 22, 2005 3:01    Titel: Eigener Wasserfloh-Zirkus !

Hallo zusammen !

Hier mal etwas aus der Schule geplaudert:

Die eigene Wasserfloh-Zucht

Bekanntlich sind "Wasserflöhe" (Daphnia sp.) für viele Fische und andere Wasserviecher sehr beliebte Futtertiere. Aber in den meisten Zoohandlungen sind sie - leider - nur selten zu bekommen - und kosten zudem auch noch Geld ! - Warum also nicht mal einen eigenen Wasserfloh-Zirkus eröffnen ?

Einrichtung zur Zucht:

Es sind nur wenige Geräte notwendig: einige Gefässe aus Glas oder Plastik, z.B. Plastik-Kühlschrankbehälter, vornehmlich in den Abmessungen 15 x 15 x 7 cm oder 10 x 20 x 7 cm reichen bereits für eine Zucht von einigen Hundert Tieren !

Als Zuchtmedium wird Aquarienwasser genommen. Leitungswasser müsste mindestens einen Tag "abgestanden" sein, bevor es mit den Flöhen besetzt werden kann. -

Selbstverständlich - und dazu rate ich - kann für den Zuchtbeginn auch gleich jenes Wasser verwendet werden, in welchem die Wasserflöhe beim Händler gekauft und transportiert werden.

Nach und nach wird dann so alle zwei Tage soviel Wasser dazu gegeben, wie es etwa der Hälfte der vorhandenen Wassermenge entspricht. Dadurch haben die Daphnien Gelegenheit, sich auf die neue Wasserqualität einzustellen.

Wichtig: Nimmt man höhere Gläser ("Confi"-gläser), so sollte der Wasserstand höchsten 12 - 14 cm erreichen, denn bei höherem Wasserstand ist nicht nur die Kontrolle und der Fangder Tiere, sondern auch der rasche Gasaustausch erschwert.

Eine Filterung und/oder Durchlüftung ist nicht notwendig, im Gegenteil würde dies die Wasserflöhe gefährden.

Fütterung:

Aus Laborerfahrungen haben sich frische Backhefe sowie Staubfutter für Jungfische sehr gut bewährt. Auch das bekannte Artemien-Aufzuchtfutter (Mikrozell oder ähnliche Produkte) ist geeignet.

Bei abwechselnder Fütterung mit Staubfutter und Hefe kann man die Wasserflöhe während 7 - 8 Monaten problemlos "züchten", bei Hefe- und Grünalgen-Fütterung (Scenedesmus sp. oder Chlorella sp.) dagegen sind selbst nach zwei- oder gar dreijähriger Zucht keine negativen Eigenschaften an den Futtertieren festzustellen !

Wichtig ist, nicht einseitig füttern, sondern zwischen den erwähnten abwechseln !

Backhefe kann als Standardfutter angesehen werden: Dabei wird ein wenig Hefe - bei etwa 500 Tieren ein erbsengrosse "Brocken" / bei kleineren Zuchten enstprechend weniger - in etwas Wasser aufgeschwemmt einmal pro Tag dem Zuchtwasser beigegeben. - Achtung: es sollte stets nur so viel Futter gegeben werden, dass die Tiere innert 4 bis 5 Stunden das Wasser wieder klarfiltriert haben. - Zuviel Futter kann die Zucht gefährden, denn die Wasserflöhe nehmen auch ihre eigenen Exkremente zur Zweitverwertung wieder auf. Daneben dienen ihnen auch die in der Regel "automtisch" sich einstellenden und entwickelnden Protozoen, Bakterien und Mikroalgen als Zusatzfutter, und nicht zuletzt die Zersetzungspodukte von abgestorbenen Artgenossen.

Bei Futterknappheit ist keine Schädigung zu erwarten, höchstens eine Reduktion der Nachkommenschaft.

Pflegemassnahmen:

Etwa alle zwei Wochen muss etwas Wasser nachgefüllt werden, d.h. wenn der Wasserstand um etwa 15 - 20 Prozent gegenüber dem Ausgangswert abgesunken ist.

Sammelt sich am Boden eine zu grosse Detritusmenge, sollte diese mit einer Pipette entfernt werden. Ein typisches Zeichen ist auch die sich an der Oberfläche bildende Kahmhaut (Bakterien): Mit einem Papiertaschentuch diese Schicht zu einer Seite zusammenschieben und abheben.

Wird der Algenbewuchs zu stark, sollte er ebenfalls entfernt werden.

Wasserwechsel: Eine leichte Gelbfärbung des Wassers ist ein positives Zeichen. Färbt sich das Zuchtwasser dagegen bräunlich - oder ist gar ein leichter "fauliger" Geruch festzustellen, muss sofort ein Wasserwechsel vorgenommen werden. - Normalerweise ist ein Wasserwechsel - analog zum Aquarium - jedoch nur so alle drei Monate notwendig.

Zuchterneuerung:

Grundsätzlich sollte man so alle zwei Jahre eine neue Zuscht mit neuen Tieren ansetzen.

Nun wünsche ich Gutes Gelingen"

Ryk
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Robin
Lebende Legende
Lebende Legende

Anmeldungsdatum: 31.12.2004
Beiträge: 514
Wohnort: Richterswil
-12 Garnelen

BeitragVerfasst am: Fr Jun 24, 2005 20:54    Titel:

Hi Ryk

Einfach Wahnsinn was du da wieder aus dem Ärmel gezaubert hast. Ob es sich auch fürs Lexikon eignet Wink ? Ich werde es auf alle Fälle selbst mal ausprobieren. Kenst du oder ein anderer User gerade einen Laden in der Nähe Zürich welcher Wasserflöhe anbietet?

Danke vielmals.

LG
Robin
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Kenneth
Forumsneuling
Forumsneuling

Anmeldungsdatum: 29.01.2005
Beiträge: 30
Wohnort: 8956 Killwangen
570 Garnelen

BeitragVerfasst am: Sa Jun 25, 2005 6:21    Titel:

Hallo Ryk.

Na, dass ist ja ein toller Bericht!

Für mich sehr hilfreich Laughing

Grüsse
Kenneth Wink
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Lukas
Gast




0 Garnelen

BeitragVerfasst am: Sa Jun 25, 2005 23:03    Titel:

Zitat:
Hi Ryk

Einfach Wahnsinn was du da wieder aus dem Ärmel gezaubert hast. Ob es sich auch fürs Lexikon eignet ? Ich werde es auf alle Fälle selbst mal ausprobieren. Kenst du oder ein anderer User gerade einen Laden in der Nähe Zürich welcher Wasserflöhe anbietet?

Danke vielmals.

LG
Robin


Jo im Niederdorf in der nähe vom MC Donalds gibts den laden Aquariumfpister der hat eigentlich immer wasserflöhe.
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Fil
Forumsneuling
Forumsneuling

Anmeldungsdatum: 21.04.2005
Beiträge: 30
Wohnort: Hinwil-Hadlikon
92 Garnelen

BeitragVerfasst am: So Jun 26, 2005 0:35    Titel:

Hallo Ryk,

Vielen Dank für die interessanten Erläuterungen.

Ich hab zwei drei Fragen die sich nicht unbedingt mit dem decken was du schreibst, wobei ich wirklich nicht viel Ahnung habe.
Vielleicht kannst das aberauch begründen wieso das so ist.

Also mit freunden sind wir tümpeln gegangen, Wasserflöhe standen an.

An dem Tümpel angekommen roch es doch ziemlich streng. Es roch schon fast wie in einer Jauchegrube. Trotzdem waren da Millionenen von Wasserflöhen. Wir haben da auch reichlich rausgefischt, einiges hab ich zu Gefrierfutter gemacht und einen Kessel hab ich einfach rausgestellt, nach wenigen Tagen waren die Wasserflöhe hin. Ich überlies den Kessel seinem Schicksal und so nach einer Woche (ich hab da einfach mal Aquarienwasser aufgefühlt) bemerkte ich einige grosse Wasserflöhe und eine Schar Jungtiere. Später hab ich leieder noh einige frischgefangene reingeschmiessen, und dann sit mir hald alles gekippt.

Meine Fragen:

Wieso darf das Wasser nicht stinken, wenn es dort wie in einer Jauchegrube stinkt und die trotzdem dort leben?

Kann es sein das tote Wasserflöhe etwas auf sich tragen das zu einem späteren Zeitpunkt wieder kleine schlüpfen?

Viele Grüsse
Fil
_________________
Viele Grüsse
Fil
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] tannera
Junggarnele
Junggarnele

Anmeldungsdatum: 01.02.2005
Beiträge: 88
Wohnort: Winterthur
196 Garnelen

BeitragVerfasst am: So Jun 26, 2005 9:30    Titel:

Hi Ryk

Super Anleitung die du da hingezaubert hast.
Eine Frage noch, ich habe gehört das Wildfänge aus unseren Tümpeln
geeigneter seien für eine Weiterzucht der Daphnien, ist da was dran oder ist dies ein weiteres Gerücht das herum kursiert?

Gruess tannera
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Ryk
Team
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Anmeldungsdatum: 01.01.2005
Beiträge: 836
Wohnort: Zürich
1782 Garnelen

BeitragVerfasst am: Mo Jun 27, 2005 16:48    Titel:

Hallo zusammen !

Ich muss ergänzend vielleicht darauf hinweisen, dass mein "Flohzirkus" auf Erfahrungen von etlichen Jahren basiert, wobei die Flöhe sowohl als Lebendfutter verwendet wurden/werden sowie auch für verschiedene Untersuchungen herhalten mussten.

Doch zu Euren Fragen:

@Robin: Ma ja, man macht, was man kann ! - Du kannst selbstverständlich gerne den Anleitungstext ins Lexikon stellen, kein Problem !

@ Fil: In einem natürlichen Gewässer, wie Tümpel, Weiher oder so, sind die Verhältnisse wesentlich anders gelagert als in einem Marmeladeglas. Zum einen ist die Wasserbewegung dort wesentlich stärker und damit auch der Gasaustausch regelmässiger, während im kleinen Glas - analog zum Aquarium - die "natürlichen" Verhältnisse ja leider nicht 1:1 aus der Natur zu übertragen sind. - Das von Dir geschilderte "Stinken" hängt mit der Veralgung im Tümpel zusammen. Bakterien und Protozoen (Einzeller) sind zwar kräftig am Abbau der abgestorbenen Algen beschäftigt, kommen zu bestimmten Zeiten jedoch nicht immer dem Angebot nach, so dass einige Algen zu faulen beginnen. Weil aber - siehe oben - hier weit grössere Raumverhältnisse vorhanden sind, hat das wenig Einfluss auf die Mikrowelt.

Was die Wasserflohfortpflanzung (und allenfalls auch die Anatomie dieser Tiere) betrifft, werde ich sicher auch im Interesse der anderen Users und auch ausführlicher einmal einen thread darüber machen. Hier würde es zu viel Platz beanspruchen.

@ tannera: Es macht durchaus Sinn, Wildfänge für eine Zuchanlage zu verwenden. Zudem sind die im Laden gekauften Tiere ja auch Zuchtobjekte. - Wichtig ist jedoch bei Wildfangmaterial darauf zu achten, dass die Tiere möglichst einzeln mit einer Pipette aus dem Fangglas ausgelesen werden. Etwas mühselig, ich weiss, aber es verhindert, dass ungebeten Gäste (Planarien & Co) in die Zucht eingeschleppt würden.

Schöne Grüsse

Ryk
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Skype Status [www.SkypeRunners.com] Fil
Forumsneuling
Forumsneuling

Anmeldungsdatum: 21.04.2005
Beiträge: 30
Wohnort: Hinwil-Hadlikon
92 Garnelen

BeitragVerfasst am: Mi Jun 29, 2005 18:59    Titel:

Hi Ryk,

Vielen Dank für deine interessante Erläuterung und finde es ziemlich spannend was du da ausgetüftelt hast.

Grüsse
Fil
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Viele Grüsse
Fil
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